100 Mann und ein Befehl.

Stoppt Moh!

Es war ein bizarres Bild, dass sich Freitagabend den Zuschauern geboten haben muss. Occupy-Bochum hatte am 11.11.2011 zu einer Demonstration aufgerufen.  Und eine kleine Gruppe von Aktivisten folgte dem Aufruf. Natürlich musste die Demonstration auch von Polizei begleitet werden, die z. B. die Straßen für die Demonstranten sperren.

Ich war nicht dabei. Daher bin ich auf Schilderung meiner eingeschleusten  Topterroristin angewiesen. Die anwesenden Beamten der Situation „angemessen“ bekleidet. Mit schicker grüner Kampfuniform und einem Helm, um das noch vorhandene Resthirn gekonnt zu verbergen. Jederzeit bereit die Demokratie Frau Merkel und MachdichvomAckermann zu schützen. Passend zu den weichen Birnen hingen an der Seite noch die Schlagstöcke. Den Beamtinnen stand der, an der Seite hängende, Stahlhelm besonders gut, erinnerte es doch stark an Körbchengröße „DD“. Schade nur, dass die Leitung dem Wunsch der Damen nicht entsprochen hat. Diese sollen beantragt haben, den Schlagstock, statt in schwarz, in lila mitführen zu dürfen. Dieser Wunsch wurde abgelehnt, nachdem daraufhin einige Beamte mit säuselnder  Stimme den Wunsch äußersten, die hätten ihren Helm lieber in zartrosa.

Es ist nicht genau überliefert, ob es mehr Beamte waren als Demonstranten, oder ob die Aktivisten den Beamten geringfügig überlegen waren. Vielleicht war das Verhältnis auch 1 zu 1. Und dann wären die Beamten hoffnungslos unterlegen gewesen, denn auf Seiten der Occupysten waren zwei ganz besondere Aktivisten.

Der harmlose aussehende Topterrorist mit seinen weißen Haaren, von BO-Alternativ, der auf perfiderweise, mit grimmig aussehenden Tortenmännchen, regelmäßig zu Gewalt aufruft.

Und unser 50 Kilo Floh, genannt Moh, den am 20.10.2011, kein Polizeiaufgebot vor der Besetzung der Deutschen Bank hindern konnte. Die Frau, die lt. Bochumer Heldensagen, ganze Armeen mit ihrem Blick zu Salzsäulen erstarren lassen kann. Weshalb die Beamten auch mit einem Brett vor dem Kopf (falsch: einem Balken vor dem Gesicht) vor ihrem Blick geschützt werden mussten. (siehe Foto)

Ja, da hat die Polizei mit so geringer Präsenz sich aber eine ganze Menge vorgenommen. Dafür hatten sie sogar mit den Profis vom VFL-Bochum kräftig geübt und an der Abwehr gearbeitet. Ob das wirklich eine gute Idee war, dafür gerade den VFL-Bochum als Trainingspartner auszusuchen, wird sich zeigen, denn schließlich ist der VFL zur Zeit dafür bekannt, dass da jeder durchkommt.  Am Ende des Trainings sollen sich die Grünen am Mittelkreis versammelt haben, und sich gemeinsam Mut gemacht machen mit dem Schlachtruf: „Stoppt Moh, stoppt Moh!“

Dennoch bekam der erste Beamte noch vor Beginn der Demo Ärger mit Moh. Als der Beamte versuchte seine Videokamera auszuprobieren, stürzte sich der Kampffloh auf den Beamten und verbat sich das. Artig steckte er daraufhin seine Kamera wieder ein.

Während die occupy-Demonstranten, dieses Mal nicht vom Bankenviertel sondern vom Promilleviertel zum Schauspielhaus zogen, wurde dieser Trupp von den uniformierten Beamten deutlich verstärkt und bekam dadurch die gewünschte Aufmerksamkeit. Es gelang den Demonstranten sogar, die Zuschauer davon abzuhalten mit rosa Wattebäuschen nach den Polizisten zu werfen. Am Schauspielhaus angekommen hatten die Demonstranten eigentlich vor, während der Pause der Aufführung, Flyer von occupy zu verteilen. Diesbezüglich hatte man dem Schauspielhaus extra eine schriftliche Anfrage geschickt.

In der Vergangenheit waren solche Aktionen schon gemacht worden. Allerdings hat die Leitung des Schauspielhauses gewechselt. Im Sommer 2011 wollte Herr MachdichvomAckermann im Schauspielhaus eine Rede halten. Der frühere Intendant des Schauspielhauses erklärte damals öffentlich, dass dies bei ihm niemals passiert wäre.

Es ist nicht bekannt, ob Herr MachdichvomAckermann  das Verteilen der Flyer, durch eine kleine Spende an das Schauspielhaus, persönlich verhinderte. Bekannt ist jedoch, dass occupy-Bochum keine Antwort auf ihr Schreiben an das Schauspielhaus bekamen. Deshalb versuchten die Demonstranten das Schauspielhaus zu betreten und ihre Flyer zu verteilen. Doch die Uniformierten wussten dies zunächst geschickt zu verhindern. Das Schauspielhaus wurde von den Beamten umstellt und ein Zutritt verwehrt. Was müssen nur die Besucher im Theater gedacht haben. Da kommt eine Haufen Revolutionäre, die gleich kleine Kinder fressen, hübsche Töchter entführen und alte Frauen vergewaltigen? Das Verhalten des Schauspielhauses kann man nur als peinlich ansehen.

Ein einfacher Brief, eine Mail oder ein Anruf hätte die peinliche Posse vor dem Schauspielhaus Bochum bereits im Vorfeld verhindert. Wieso konnte man das Schreiben der occupy-Bewegung nicht beantworten? Gewusst hat man ja davon, denn sonst hätte die Polizei das Gebäude nicht abgeriegelt.

Es zeigt aber auch die Einstellung des Schauspielhauses. Das Schauspielhaus ist nicht für das Volk da, sondern dient lediglich der Unterhaltung einer kleinen elitären Gruppe. Das Volk darf höchstens für die eingespielten Verluste bezahlen. Damit unterscheidet sich das Schauspielhaus Bochum nur wenig von einer Deutschen Bank.

Es gab einige Zuschauer, die den Mut besaßen, trotz Polizeikette, von sich aus den Flyer von den Demonstranten zu fordern. Dieser wurde dann über die Polizeikette gereicht. Offensichtlich hatten die Besucher weniger Berührungsängste als das Schauspielhaus. Während im Schauspielhaus großes Theater gezeigt wurde, fand draußen nur ein Affentheater statt. Im Öko-Zeitalter natürlich ganz in grün.

War die Polizei anfangs noch erfolgreich mit ihrer Taktik, so muss am Ende festgestellt werden, dass sie wieder auf der ganzen Linie versagt hatten. Am Ende lagen die occupy-Flyer dann doch friedlich neben anderen Flyer im Voyeur des Theaters. Und ratet mal, wer die da wieder ausgelegt hat????

Aber das Training der Polizei mit dem VFL-Bochum hatte doch noch Erfolg. Zwar konnte man am Ende das Durchkommen von Moh nicht verhindern, aber es wurde auch niemand geschlagen. Typisch VFL, denn der schlägt zur Zeit auch niemand.

NACHTRAG:

Liebe Polizei,

früher konnte jeder Depp in den Polizeidienst gelangen. Das soll sich aber doch schon seit Jahren geändert haben. Umfangreiche Test sollen doch nur die Besten und Fähigsten in den Polizeidienst lassen.

Und zwar nicht nur körperlich und sportlich die Besten, sondern angeblich auch die geistig Fittesten.

Wenn sie also diese Test bestanden haben, dann gehören sie dazu, zu den geistig und körperlich Besten.

Und was macht dann mit ihnen? Dann bildet man sie zum bloßen Befehlsempfänger aus, der sein Hirn beim Einsatz komplett auszuschalten hat.

Da sagt die Obrigkeit ihr habt das Theater abzuriegeln und ihr macht das. Ohne Sinn, ohne Verstand. Was habt ihr befürchtet? Habt ihr geglaubt, dass die Theaterbesucher die Demonstranten angreifen würden? Oder habt ihr gedacht, dass die Demonstranten das Theater stürmen? Schon mal den Schlachtruf von occupy gehört?

Dort heißt es: „Brecht die Macht der Banken und Konzerne“. Vom Theater ist da gar nicht die Rede.

Die Theaterbesucher kamen zum Schauspielhaus um echte Kunst zu bewundern. So uniformierte Hobbyschauspieler, die eine komische Lachnummer vor dem Theater abziehen, die wollten die Besucher gar nicht sehen. Und wie fanden sie selbst ihre Aktion? Ach so, wahrscheinlich haben sie darüber erst gar nicht nachgedacht.

Ihr habt euer Hirn pflichtgemäß ausgeschaltet. Schließlich repräsentiert ihr ja die Staatsmacht.

Einen Staat, dessen Verfassungsschutz Terrorismus von Links und Rechts unterstützt. Einen Staat, dessen Verfassungsschutz an Bombenanschlägen beteiligt war und vermutlich auch für einen Polizistenmord verantwortlich ist. Vielleicht sollte das mal zu denken geben

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6 Kommentare zu “100 Mann und ein Befehl.

  1. Pingback: Ein Leserbrief zum 11.11.11 zum Theater am Theater | occupy99

  2. Pingback: occupy99: 100 Mann und ein Befehl | Beamtendumm

  3. Pingback: NACHTRAG: 100 Mann und ein Befehl | occupy99

  4. Der Hinweis auf lila Schlagstöcke und rosa Helme hatte ich einfach nur humorvoll benutzt. Der Kommentar von Bernd Vogt gibt somit nicht meine Meinung wieder.

    Ich denke die Meinung passt auch nicht zur occupy-Bewegung bzw. zu einer weltoffenen Gemeinschaft. (Allerdings bin ich da auch nicht ganz so weltoffen.)

    Denn Kommentar nicht zu veröffentlichen, wäre jedoch auch nicht weltoffen. Auch darf Bernd Vogt auch mal eine andere Meinung haben als ich.

  5. …zum im obigen Beitrag angesprochenen „lila Schlagstöckchen und rosa Stahlhelmchen“ hier ein paar aufklärerische Hinweise zu unseren zarten BeamtenschaftlerInnen:

    http://www.abendblatt.de/region/article1405459/Mehr-Rechte-fuer-homosexuelle-Beamte-in-Lebenspartnerschaft.html

    http://www.velspol.de/

    http://www.queer.de/detail.php?article_id=2935

    Also, immer b e s o n d e r s vorsichtig sein, wenn sich einer dieser „Beamten mit widernatürlichen Neigungen“ V O N H I N T E N ranschleicht oder sich annähert. Man weiß ja nie, was die wirklich von einem wollen…..

    Ich spreche mich daher hier dafür aus (Art. 5 GG), dass BRD-„Beamte“, die sich offen zu ihren widernatürlichen Neigungen und Sexualpraktiken bekennen, Uniformen in Lila und Rosa tragen sollen, damit sie – von potentiellen Opfern ihrer Neigungen – schon von Weitem besser und klar erkennbar sind.

  6. Pingback: occupy macht froh, zumindest Dr. Moh! | Beamtendumm

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