Occupy Düsseldorf, Demo 5.11.2011

Labern wir nicht lange rum. Das war die beste occupy-Demonstration die die Düsseldorfer occupy-Bewegung bisher auf die Beine gestellt hat. Wer bei mindestens einer der ersten 3 Demonstrationen dabei war und heute nicht, der hat sicherlich Grund sich zu ärgern, der hat ganz bestimmt was verpasst.

Die Stimmung war von Anfang an sehr gut. Die Teilnehmerzahl war auch ganz gut, wobei diese natürlich immer noch besser sein könnte. Eine ganz neue Wegstrecke, die länger war und und viel mehr Bürger erreichte. Man ging nicht nur über eine breite, abgesperrte Straße, sondern auch durch die Fußgängerzone und enge Gassen. Und dort erreichte man nicht nur wesentlich mehr Mitbürger als bisher, sondern in den Gassen konnten die Mutbürger und Wutbürger ihrem Unmut lautstark zur Geltung bringen.

Immer noch bin ich nicht in der Lage eindeutig festzustellen, an welchem Tag mehr Demonstranten mitgingen. Beim Start der occupy-Bewegung waren sicherlich die meisten Demonstranten gekommen. Aber ob am 22.10.2011, oder am 29.10.2011 oder vielleicht doch heute mehr Teilnehmer kamen, vermag ich nicht eindeutig zu bestimmen. Ich machte mal den Versuch die heutigen Demonstranten zu zählen. Dies ist natürlich nur ausgesprochen ungenau möglich. Ich denke, es sollten zwischen 400 und 500 Teilnehmer gewesen sein. Und wenn die fleißigen Düsseldorfer so weiter machen, dann sollte die Anzahl durchaus weiter ansteigen.

Hatte ich in der letzten Woche noch das Verhalten auf einer Brücke an der Königsallee kritisiert, so wurde dieses Problem wirklich gelöst. Wahrscheinlich wegen dem Verhalten letzte Woche bekam der Demonstrationszug verstärkt „Polizeischutz“. Macht nichts, davon sollte man sich nicht einschüchtern lassen.

Man sollte es so machen, wie es die Düsseldorfer Börse macht. Da sich occupy gegen Spekulationen richtet, sind Börsianer natürlich nicht gerade der natürlich Freund. Dennoch sieht die Börse das occupy-Camp teilweise positiv. Die Börsianer sehen sich durch das occupy-Camp als ernst genommene Börsenstadt anerkannt.

Und die occupy-Demonstranten  sollten sich durch die inzwischen durch Polizeikampfgruppen begleitete Demonstration als echte Demonstranten anerkannt sehen. An meinem Rollstuhl hatte ich ebenfalls Plakate angebracht.

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Einmal gab es ein Plakat mit der Forderung nach einer Richterwahl durch das Volk und auf Zeit und auf der anderen Seite prangerte die schwarz-rot-gelbe Bananen. Auf beiden Plakaten stand dann natürlich noch „Beamtendumm-Förderverein“ bzw. die Domainadressen

Beamtendumm.de

Beamtendumm.wordpress.com

Natürlich haben dies auch die Uniformierten bemerkt. Einen dieser Schlagstockträger erwischte ich dabei, wie er zufällig das Wort „Beamtendumm“ lass. Er konnte es anscheinend gar nicht glauben, stoppte abrupt, um das Plakat nochmals zu lesen.

Kann man die Veranstaltung noch weiter verbessern? Man kann, man muss es sogar noch verbessern. Ein wesentlicher Kritikpunkt ist die unzureichende Lautsprecheranlage. Die Demonstranten versuchen dies zwar dadurch zu umgehen, dass einer Teile eines Satzes vorspricht, und viele dies dann nachsprechen, damit andere dies besser verstehen. Eine Zeitlang mag das mal witzig sein, aber es hinterlässt bei vielen einen schlechten Eindruck.

Dieses Vorsprechen, Nachsprechen wirkt auf einige sektenhaft. Und gerade die occupy-Bewegung besteht doch aus Menschen, die keinen Vorredner brauchen, sondern wo man gemeinsam an Lösungen arbeitet.

Die occupy-Bewegung  Düsseldorf (und natürlich wahrscheinlich auch anderswo) hat deutlich mehr Zustimmung als Demonstranten. Das sah man z. B. auch bei der Abschlussveranstaltung auf einem Platz vor dem Rathaus. An den Fenstern der umliegenden Häusern gab es Bewohner und Mitarbeiter von Geschäften, die die Abschlussveranstaltung interessierte zuhörten. Auch finden die Camp-Bewohner umfangreiche Unterstützung von Düsseldorfer Geschäftsleuten. Während des Demonstrationsmarsches bekam die occupy-Bewegung sogar eine nicht ganz unerhebliche Barspende eines Bürgers.

Am Rathaus endete die angemeldete Demonstration. Die Polizei zog sich dann auch zurück. Viele der Demonstranten  wollten noch zum Camp. Anscheinend bildete sich dadurch noch so etwas wie eine Spontandemonstration. Gemeinsam ging man Richtung Camp. Ich hatte mit dem Rollstuhl in der Menschenmenge der Einkaufsstraße etwas den Anschluss verloren. Aber es war nicht wirklich schwer den anderen zu folgen. Lt. und deutlich waren sie noch immer zu hören. Eine Highlight war dann noch der Abstecher in ein Einkaufscenter. Wahrscheinlich mussten oder wollten einige der Demonstranten dort noch was einkaufen. Auch Demonstranten haben Durst und Hunger. Da ich mit dem Elektrorollstuhl nicht die Rolltreppen rauf konnte, folgte ich ihnen nicht. Aber auch dort waren die occupy-Rufe deutlich zu hören. Dennoch blieb alles friedlich.

Wie üblich hatte man noch ein Stopp vor der  Deutschen Bank eingelegt. Nach dem es dort weiter ging, bog der Demonstrationszug an der Ecke der Deutschen Bank rechts ab. Dort waren die Einfahrten zur Tiefgarage der Bank. Ob vor Angst oder aus Zufall. als der Demozug dort abbog. gingen beide Rolltore zur Tiefgarage runter.

Ich glaube an dieser Veranstaltung hätte nicht nur Moh auch gefallen gefunden. 

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