Ein schöner Tag!

Gestern war ich mit „meiner“ Lehrerin verabredet. Ihr wisst schon, die die mir im Traum erschien und mich an der Nordsee vor dem Ertrinken rettete, als ich mit den Füßen 30 cm im Sand steckte und zu ertrinken drohte, durch das ständige Ansteigen der Weltmeere wegen der Klimaerwärmung.

http://beamtendumm.wordpress.com/2011/09/15/mein-traum-von-monika-oder

Durch den damaligen Beitrag hatte ich sie gnadenlos genötigt mich mal wieder anzurufen. Oder war das nur, weil sie einige Tage später Geburtstag hatte und sich erhoffte so noch an ein Geburtstagsgeschenk zu kommen? Ach ja, Frauen sind ja so berechnend.

Egal, seit dem spricht sie wieder mit mir. Und getroffen haben wir uns auch schon wieder. Z. B. in Bochum bei occupy.

Eigentlich waren wir am Montag verabredet, aber da kam ihr was dazwischen. So trafen wir uns heute. Unbedingt was ganz neues hatten wir uns nicht mehr zu erzählen, dass hatten wir schon in Bochum oder am Telefon gemacht. Also nochmal die alten Kamellen aufgefrischt.

Ihr gelungener „Überfall auf die Deutsche Bank“. Ihr Polizeieinsatz beim kriminellen Zahnarzt. Und wie sie in Dortmund den Polizisten verletzt hat. (Oder war das doch anders?) Neh ich glaube nicht. Der Polizist hat sie geschlagen, und hat sich dabei bestimmt, an seiner so wichtigen Schlaghand, eine ganz gefährliche Hautrötung zugezogen.

Ja die Frau führt schon ein ganz aufregendes Leben, da ist meines ja richtig langweilig. Ich bin schließlich schon seit 2 Jahren von keinem Beamtenarsch mehr angegriffen worden.

Und die kriminellen und unfähigen Richter, die zählen ja nicht.

Erstmal habe ich die Frau mit ihrem Auto gnadenlos ausgenutzt und ließ mich zur Reinigung kutschieren. Ein paar Hemden abgeben und andere abholen. Mit dem Abholen wurde es nichts. Irgendwie haben die keine Hemden gefunden. Sch…

Von so einer Kleinigkeit ließen wir uns den Tag aber nicht verderben. Ihre Beamtenbesoldung hauten wir beim nächsten Bäcker für ein spätestes Frühstück auf den Kopf.

Danach probierten wir ein neues Kaffee aus. Das war schön und gut, leider mit Fachkräften besetzt, die unserer Sprache nicht genügend mächtig waren. So lieferte man mir einen Kaffee, den ich zwar erst bestellt hatte, dann aber gesagt hatte, dass ich doch keine Kaffee wolle, sondern lieber ein Eis bestellen würde. Statt Eis gab es dann erst den nicht bestellten Kaffee und etwas Ärger. Am Ende bekam ich dann doch noch mein, sehr leckeres, Eis.

Wenn wir uns Gelsenkirchen treffen, dann fahren wie fast immer auch zum „Ä“-Streicher. Oder war das ein „Ö“-Streicher?.

Eigentlich hätte ich noch Krankengymnastik gehabt, aber die habe ich abgesagt. Wir entschieden uns nach Düsseldorf zum occupy-Zeltplatz zu fahren. Unsere erste „Asamblea“. Ich war ja schon zweimal bei occupy in Düsseldorf bei den Demonstrationen dabei, meine Lehrerin nicht. Sie kannte bisher nur oyyupy-Bochum.

Ich wollte mal die Macher kennen lernen und mal das „feeling“ mitbekommen. Der erste Eindruck war dann auch positiv. Ich empfand die Menschen sehr, sehr offen. Man wurde auch gleich angesprochen und fühlte sich gleich dazugehörig. Und dies obwohl wir deutlich älter waren als die „Camper“. Die Lehrerin 39++ und ich schon 53. Aber ich sollte nicht der Älteste bleiben. Zwischenzeitlich kamen noch zwei deutlich ältere dazu.

Über die jungen Leute konnte man nur positives berichten. Ich hatte nicht den Eindruck, dass das so in den Tag träumende Hippies waren, die nur von Alkohol und Drogen träumen.

Der zweite Eindruck war dann schon etwas schlechter. Für 19 Uhr war täglich eine Vollversammlung, eine Asamblea angesetzt. Sollten wir tatsächlich vergeblich nach Düsseldorf gefahren sein, denn diese drohte zu scheitern.

Ich glaube, meine Lehrerin wollte zu dieser Zeit fast schon wieder fahren. Es wurde 19 Uhr und auch 19:15 Uhr ohne dass sich wirklich was tat. Inzwischen kam auch Uli. Der hatte wohl etwas Druck gemacht und gemeint, da wären Leute aus Bochum gekommen, man könne es nicht zulassen, dass die so wieder fahren müssten. Obwohl einige fehlten fing man dann doch mal an. Schnell fand man eine Tagesordnung, einen Protokollführer und einer der eine Rednerliste führte. Ich hatte keinen Punkt für die Tagesordnung, sondern nur mal eine Frage, die ich stellen durfte.

Ich erklärte, dass ich am 22.10.2011 einige Flugblätter verteilt hatte, mit der Überschrift: „Frau Merkel nehmen sie ihren Hals aus meinem Hintern„. Obwohl wahrscheinlich niemand der Anwesenden dieses Flugblatt von mir persönlich erhalten hatte, erinnerten sich einige daran. Denn eine Teilnehmerin hatte dieses Flugblatt öffentlich vorgelesen. Leider war ich zu dieser Zeit bereits nicht mehr dabei und konnte dies daher auch nicht filmen. Man berichtete mir, dass das Flugblatt damals sehr gut ankam. Und auch jetzt gingen die Arme hoch und man machte die typische Handbewegung für Applaus bzw. Zustimmung. Auf meine Frage, ob es von der Rede eine Videoaufzeichnung gab wurde ich auf livestream verwiesen.

Als Autor dieses positiv gesehenen Flugblatts hatte ich natürlich schon mal einige Bonuspunkte kassiert. Dann sollten die Bochumer über occupy-Bochum berichten. ich dachte da natürlich an meine aus Bochum stammende Begleitung. Aber die Lehrerin wollte nicht und meinte ich solle darüber berichten. Das machte ich natürlich, sehr weit kam ich damit aber nicht. Nach einigen Sätzen viel mir die „schüchterne“ Lehrerin ins Wort. Sie konnte halt den Mund dann doch nicht halten. Mich amüsierte dies, denn die Lehrerin teilt immer gerne mit, dass sie nicht gerne vor vielen Menschen spricht. Offenbar fühlte sie sich dort jetzt aber schon heimisch.

Irgendwann konnte ich auch noch anmerken, dass für mich „mehr Demokratie“ bedeutet, dass wir unbedingt im Justizsystem was ändern müssen. Für mich ist jede Revolution ohne drastische Änderung im Justizapparat, ohne Volkswahl der Richter auf Zeit, eine vergebliche Revolution. Obwohl ich bislang dachte, dass das Thema Justiz bei occupy-Revolutionären noch nicht angekommen wäre, bekam ich auch dafür viel „wacklige Hände“ (= Zustimmung).

Als ich mit der Lehrerin das zelt verließ, um nach Hause zu fahren, waren wir froh, dass wir da waren. Die Fahrt war nicht vergeblich.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s