Occupy Düsseldorf, Demo 29.10.2011

Wieder versuchten am 29.10.2011 hunderte von Menschen die Welt zu ändern. Waren es etwas mehr oder etwas weniger als letzte Woche? Ich weiß es nicht. Ich hatte den Eindruck es waren etwas mehr. Ein Düsseldorfer bestätigte mir diese Ansicht. Allerdings meinten 2 befragte Demonstranten, dass es etwas weniger gewesen sein könnten.

Wichtiger als diese Frage war die Tatsache, dass wieder viele neue Gesichter dabei waren. Die Veranstalter hatten eindeutig dazugelernt. Der Beginn der Demo war letzte Woche schon besser als bei der ersten Demo. Und jetzt hatte man durch Musikbeschallung dafür gesorgt, dass die Stimmung schon zu Beginn sehr gut war.

Allerdings schoss man auch über das Ziel heraus. Oder besser gesagt die Entwicklung des Umzugs wurde von mir nicht begrüßt. Was andere darüber denken, ist mir allerdings nicht bekannt. Das Verhalten der Demonstranten im Brückenbereich veranlasste mich dazu, vorzeitig abzureisen. Es ist auch der Grund, weshalb mein Bericht über occupy-Düsseldorf erst jetzt erscheint. Ich hatte meinem einem Düsseldorfer telefoniert und ihm meine Kritik geäußert. Am Dienstag war er wieder auf der occupy-Versammlung und wollte bezüglich meiner Kritik nachfragen. Das war aber gar nicht nötig. Man kam von selbst aus das Thema, und die Veranstalter übten anscheinend Selbstkritik in genau den Punkten, die auch ich zu kritisieren hatte. Man will so ein Verhalten nicht noch einmal praktizieren. Nach diesen Informationen entschied ich mich meinen Bericht doch noch zu veröffentlichen.

Eigentlich hatte ich gar nicht vor nach Düsseldorf zu fahren. Ich stand  mit meinem Rollstuhl an der Bushaltestelle Richtung Horst. Der Bus kam, aber es war bereits ein Rollstuhlfahrer und ein Kinderwagen anwesend. Daher passte ich mit Rollstuhl nicht mehr in den Bus, ohne den Rampenbereich zu blockieren. Da der Bus natürlich mit ausgefahrener Rampe nicht fahren kann blieb ich draußen.

Am Samstag fährt der nächste Bus 30 Minuten später nach Horst. Daher entschied ich mich in Richtung HbF zu fahren, das dauerte nur 5 Minuten. Von dort fuhr ich mit dem Zug nach Düsseldorf.

Am Ort der Demo stürzte sich gleich eine Frau auf mich. „Haben sie mir letzte Woche einen Flyer gegeben?“, fragte sie. Keine Ahnung ob ich dieser Frau einen Flyer gab oder nicht, aber ich hatte welche Verteilt. Es stellte sich dann heraus, dass sie tatsächlich eine von mir erhalten hatte.

„Der war gut, meine Freundin hat mir den gleich abgenommen. Wussten sie, dass der bei Occupy vorgelesen wurde?“, wollte sie wissen. Nein, das wusste ich nicht, da war ich wahrscheinlich schon weg. „Und der ist gut angekommen, die Leute waren begeistert“, erzählte sie weiter.

Schade dass ich das nicht mitbekommen ung gefilmt habe. Ich hatte zwar keine Flyer mehr dabei, aber ein Düsseldorfer, mit dem ich mich treffen wollte, konnte der Frau noch 3 Flyer geben. Den Flyer gibt es hier: http://montagsdemonstration.wordpress.com/2011/10/22/occupye-flugblatt/

Die Stimmung war schon zu Beginn gut, da es bereits Aktionen und Musikbeschallung. Hatten die Veranstalter den VW-Bus nicht mehr zur Verfügung? Ich hatte den Eindruck,  dass man nicht mehr die ganze Demonstration erreichte. Dies fand ich letzte Woche besser. Aber vielleicht spricht dies auch dafür, dass doch mehr Demonstranten anwesend waren, als in der letzten Woche. Erfreulich, dass auch wieder viele neue Teilnehmer dabei waren. Der Beginn um 15 Uhr dürfte tatsächlich besser sein als 13 Uhr.

Die Probleme begannen erst an einer Brücke. Hier kam die Demo zum Stillstand. Aber nicht weil sie gestoppt oder gebremst wurde, sondern man blockierte sich selbst durch merkwürdige Sitzblockaden, die so gar keinen Sinn machten.

Als es nicht weiter ging fuhr ich mit meinem Rollstuhl nach vorne. Ich konnte tatsächlich keinen Grund für Sitzblockaden und die merkwürdigen Aktionen erkennen. Provozierende Polizei war es jedenfalls nicht. Es ist mir ein Rätsel weshalb man sich auf die Straße setze, dann wieder aufstand, um sich 3 Schritte weiter wieder hinzusetzen.

Und dann die Erklärung, der Veranstalter löse die Demo jetzt auf. Ab jetzt sei jeder für sich selbst verantwortlich. Ich fand, das gehörte sich nicht. Aber ich will dies auch nicht weiter thematisieren, da die Veranstalter dies anscheinend selbst als Fehler erkannt haben.

Ich verließ die Demo und fuhr zurück zum Bahnhof. Natürlich mit der Hoffnung, dass das bei der nächsten Demo nicht wieder passiert.

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