Bundesweiter Aktionstag in Bochum – Presseberichte

Occupy the world, occupy Husemannplatz

Die WAZ, nicht gerade als kritisches Presseorgan bekannt, kam auch nicht umhin, über den Aktionstag in Bochum zu berichten.

Demonstration Die Wut wächst: „Occupy Husemannplatz“

Bochum, 16.10.2011, Jürgen Stahl

Bochum. Freiheit und Kapitalismus, Demokratie und Wohlstand: Das gehörte für Ernst Röder jahrzehntelang zusammen. Doch die vergangenen Monate haben sein Vertrauen in diesen Gesellschaftsentwurf schwer erschüttert. Den Glauben an die Politik hatte er schon lange zuvor verloren.

Am vergangenen Samstag machte sich der 63-Jährige daheim in Riemke auf. „Zum ersten Mal im Leben“, sagt er, „nehme ich an einer Demonstration teil.“ New York, Madrid, Rom, Berlin, Bochum: „Occupy Husemannplatz“.

Nach dem Vorbild der globalen Platz-Besetzungen („Occupy Everywhere“) in den USA, Spanien oder Italien gingen am Samstag erstmals auch in Deutschland Zehntausende auf die Straße, um – so der Aufruf – „für mehr Demokratie und die Entmachtung der Finanzmärkte“ zu demonstrieren. In Bochum waren es u.a. „Attac“, der Bahnhof Langendreer, das Soziale Zentrum und Die Linken, die die Kundgebung auf dem Husemannplatz organisiert hatten.

„Zwischen 5 und 5000: Wir haben ehrlich gesagt keine Ahnung, wie viele Menschen kommen werden“, erklärte einer der Veranstalter. Letztlich sind es rund 500 Teilnehmer, die sich um 13 Uhr friedlich vor der Deutschen Bank postieren – erstaunlich wenige Jugendliche, erstaunlich viele Bürger im Rentenalter. „Der ,Wutbürger’: Das bin ich!“, ruft Ernst Röder. „Gerade wir Älteren haben Angst, dass dieses Land, das wir wieder aufgebaut haben, durch gierige Spekulanten und die Macht- und Tatenlosigkeit der Politik in den Abgrund gerissen wird.“

Zum Weiterlesen nutzen Sie den externen Link:

http://www.derwesten.de/staedte/bochum/Die-Wut-waechst-Occupy-Husemannplatz-id5166418.html

Vom selben Redakteur gibt es auch noch einen Kommentar.

Die Empörung der Mitte

Der Husemannplatz erlebte keine Belagerung. An die „Occupy“-Massenproteste in Madrid erinnerte nur die spanische Rockmusik aus den Demo-Boxen. Noch, so scheint es, sind die generelle Empörung und der individuelle Leidensdruck nicht ausgeprägt genug, um in einer Stadt wie Bochum Tausende auf die Straße zu bringen. Noch (warum eigentlich?) sind die großen Parteien, Kirchen, Gewerkschaften außen vor.

Und doch könnte das Wochenende den Anfang einer Bürgerbewegung markieren, die – ähnlich wie Stuttgart 21 – von linken Gruppierungen angestoßen wird, um alsbald die Mitte der Gesellschaft zu erreichen. Am Samstag waren sie bereits in bemerkenswerter Zahl vertreten: die „ganz normalen“ Rentner, Frauen, Familienväter, die ihrer Empörung über die zerstörerische Macht der Märkte Luft machten. Möglich, dass es mehr werden. Auf dem Husemannplatz ist Platz genug.  Jürgen Stahl

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